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Das Anschreiben für IT-Jobs

„Braucht man das in der IT überhaupt noch?“ — Kurze Antwort: nicht immer, aber wenn, dann richtig. Dieser Leitfaden zeigt, wann ein Anschreiben den Unterschied macht, wie ein kurzes, technisches Anschreiben aufgebaut ist und wie du die üblichen Floskeln vermeidest.

Brauchst du überhaupt eins?

In vielen Tech-Unternehmen reicht heute Lebenslauf plus GitHub- oder LinkedIn-Profil. Trotzdem gibt es Situationen, in denen ein gutes Anschreiben klar punktet:

  • Quereinstieg oder Branchenwechsel — du musst die Lücke zwischen Lebenslauf und Stelle erklären.
  • Du brennst für genau dieses Unternehmen — zeig, dass du das Produkt kennst und nutzt.
  • Das Stelleninserat verlangt es ausdrücklich — dann ist Weglassen ein vermeidbarer Minuspunkt.
  • Klassische Konzerne & Behörden — hier ist die vollständige Mappe oft noch Standard.

Faustregel: Lieber kein Anschreiben als ein generisches. Ein Textbaustein-Brief „Hiermit bewerbe ich mich auf die ausgeschriebene Stelle…“ schadet mehr, als er nützt.

Aufbau in vier Teilen

Halte es auf eine halbe bis maximal eine Seite. Vier kurze Absätze reichen:

  1. Einstieg ohne Floskel — direkt zum Punkt: Wer du bist, worauf du dich bewirbst und warum gerade hier. Kein „hiermit bewerbe ich mich“.
  2. Dein Mehrwert — ein bis zwei konkrete Belege: ein Projekt, ein gelöstes Problem, eine Technologie aus dem Inserat, die du beherrschst.
  3. Warum dieses Unternehmen — zeig, dass du recherchiert hast: Produkt, Tech-Stack, Mission.
  4. Klarer Abschluss — Verfügbarkeit, Gehaltsrahmen (falls gefragt), Call-to-Action. Schluss.

Beispiel-Einstieg

So sieht ein Einstieg aus, der nicht nach Vorlage klingt:

„Eure Doku zur Migration auf Event-Sourcing habe ich verschlungen — genau diese Art von Backend-Problemen löse ich am liebsten. In meinem letzten Projekt habe ich eine monolithische Bestell-API in Go in event-getriebene Services zerlegt und die p95-Latenz von 800 ms auf 120 ms gedrückt. Genau diese Erfahrung würde ich gern in euer Zahlungsteam einbringen.“

Konkret, technisch, mit Bezug zum Unternehmen — und in vier Sätzen erledigt.

Do & Don’t

✓ Do

  • Konkrete Projekte & Zahlen nennen
  • Auf Produkt und Tech-Stack Bezug nehmen
  • Aktiv formulieren, kurz halten
  • Ansprechpartner direkt anschreiben

✗ Don’t

  • Den Lebenslauf in Prosa wiederholen
  • Floskeln: „teamfähig, motiviert, belastbar“
  • Eine Vorlage 1:1 für alle Firmen nutzen
  • Über eine Seite schreiben

FAQ

Anschreiben oder lieber Motivationsschreiben?

Für die meisten IT-Stellen genügt ein kurzes Anschreiben. Ein separates Motivationsschreiben erwarten fast nur Forschung, Stipendien oder einzelne Großkonzerne — sonst weglassen.

Wie lang sollte es sein?

Eine halbe bis maximal eine Seite, drei bis vier Absätze. Recruiter lesen es quer — wenn der erste Satz nicht zieht, ist der Rest egal.

Was, wenn ich den Ansprechpartner nicht kenne?

Kurz auf LinkedIn oder der Team-Seite suchen. Findest du niemanden, ist „Hallo zusammen“ oder „Liebes [Firma]-Team“ besser als ein steifes „Sehr geehrte Damen und Herren“.

Los geht's

Anschreiben steht? Dann finde die passende Stelle.

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